Wird mein Unternehmen in ChatGPT gefunden?
Von Fabian Birk, Gründer von Zitio · zuletzt geprüft am 01. September 2026
Die naheliegende Antwort ist, ChatGPT einfach zu fragen: „Kennst du die Firma Müller Sanitär aus Heilbronn?" — und genau diese Probe ist die eine, die zuverlässig das falsche Ergebnis liefert.
Denn Sie haben den Namen bereits in die Frage geschrieben. Das Modell sucht danach, findet die Website und antwortet freundlich. Sie haben nicht gemessen, ob Sie empfohlen werden — Sie haben gemessen, ob es Sie gibt. Das wusste man vorher.
So fragen Ihre Kunden — und so muss man messen
Ein Kunde, der Sie noch nicht kennt, tippt keinen Firmennamen ein. Er schreibt „bester Sanitärbetrieb in Heilbronn" oder „wer macht Badsanierung in meiner Nähe". Erst wenn Ihr Name in dieser Antwort auftaucht, sind Sie sichtbar.
Der Unterschied ist nicht theoretisch. In unserer Erhebung an 17 Betrieben lagen 11 unter zehn Prozent, 6 kam in keiner einzigen ChatGPT-Antwort vor — alles Betriebe mit Website, Kundschaft und Google-Profil. Auf die direkte Frage nach dem Namen hätten sie alle eine freundliche Antwort bekommen.
Woran die Selbstprobe sonst noch scheitert
Ein Durchgang ist Zufall
KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage zweimal gestellt liefert nicht dieselbe Liste. Wir messen jede Frage in drei Durchgängen und rechnen über rund 120 Antworten im Monat — darunter ist eine Quote keine Aussage, sondern eine Momentaufnahme.
Ihr Verlauf verfälscht
ChatGPT kennt Sie. Wenn Sie dort seit Monaten über Ihren eigenen Betrieb schreiben, ist das kein neutraler Test mehr. Eine Messung muss ohne Vorgeschichte laufen — sonst misst sie Ihr Konto und nicht Ihren Markt.
ChatGPT ist nicht alles
Wer nur dort prüft, sieht die Hälfte. In unserer Erhebung lag der größte Abstand zwischen ChatGPT und Google bei 90 Prozentpunkten beim selben Betrieb, am selben Tag. Bei einem Anbieter war es genau andersherum. Die Zahlen dazu stehen hier.
Was auch eine gute Messung nicht kann
Die KI-Übersicht in der Google-Suche
Für den Kasten über den Suchergebnissen gibt es keine offizielle Schnittstelle. Wir messen Gemini mit eingeschalteter Google-Suche: dieselbe Modellfamilie, wiederholbar und nachvollziehbar. Eine Näherung — und wir nennen sie so.
Eine Zahl ohne Streuungsband
„Sie stehen bei 24 %" klingt genauer, als es ist. Richtig wäre „24 % ± 8". Deshalb zeigen wir nie eine nackte Zahl, und eine Veränderung heißt erst dann Veränderung, wenn sie größer ist als die Unsicherheit beider Zeiträume.
Die Abkürzung
Sie können das von Hand machen: zehn bis fünfzehn Kundenfragen formulieren, jede dreimal in einem frischen Fenster stellen, bei ChatGPT und bei Google, und dann auszählen. Das dauert einen Nachmittag und muss jeden Monat wiederholt werden, weil die Antworten sich ändern.
Oder Sie lassen es einmal kostenlos laufen — dieselbe Methode, dieselben Fragen in Kundensprache, beide Systeme.
ChatGPT oder Google — wer empfiehlt wen?
Ein Restaurant steht bei Google in 86 % der Antworten und bei ChatGPT in 25 %. Bei einer MPU-Beratung dreht sich die Richtung um. Was das für die Praxis heißt.
Wie viele fragen wirklich die KI?
Zwischen „niemand nutzt das" und „Google ist tot" liegt die Wirklichkeit. Vier belastbare Zahlen — und eine, die alles dreht: nur 4 % übernehmen eine KI-Empfehlung direkt.
Wie wenig sich die beiden überschneiden
Nicht „Ihr Betrieb steht mal da und mal nicht" — die beiden Systeme empfehlen zu großen Teilen völlig verschiedene Betriebe. Wir haben nachgezählt, wie viele.
Wie oft ändern sich KI-Antworten?
Nicht erst über Monate: Schon die nächste Abfrage tauscht bei ChatGPT die meisten Namen aus. Was sich nach einem Monat wirklich bewegt hat und was nicht.
Was die Zahl bedeutet
Welche Fragen, wie oft, wie genau? Drei Dinge entscheiden, ob eine KI-Sichtbarkeit etwas taugt. Und ein Befund, der unseren eigenen Verdacht widerlegt hat.
Auf Bewertungen antworten
Antworten lohnt sich — aber jede Antwort ist zugleich eine öffentliche Aussage darüber, wer bei Ihnen Kunde war. Was das praktisch heißt.
Negative Bewertung löschen lassen
Eine Bewertung verschwindet nicht, weil sie ungerecht ist. Sie verschwindet bei einem Richtlinienverstoß oder wenn es keinen Kundenkontakt gab — der Rest ist Meinungsfreiheit.
Um eine Bewertung bitten — die Regeln
Zwei Gesetze reden mit, und das strengere ist nicht die DSGVO. Warum die Mail die höchste Hürde hat und der QR-Code auf der Rechnung gar keine.
Mehr Google-Bewertungen — was erlaubt ist
Drei Wege, die in jedem zweiten Ratgeber stehen, sind verboten oder wirkungslos — einer davon steht seit 2022 wörtlich in der schwarzen Liste des UWG.
Und wo steht Ihr Betrieb?
Dieselbe Messung wie im Bericht, für Sie — kostenlos, ohne Anmeldung, Ergebnis in etwa einer Minute.