Wie wenig ChatGPT und Google sich überschneiden
Von Fabian Birk, Gründer von Zitio · zuletzt geprüft am 01. September 2026
Dass ChatGPT und Google unterschiedlich antworten, ist bekannt. Wie groß der Unterschied ist, hat unseres Wissens niemand gezählt. Wir haben es getan: über 14 Märkte und 1368 Antworten haben wir jeden Betriebsnamen erfasst, den eines der beiden Systeme empfohlen hat — und dann die Schnittmenge gebildet.
Nur ChatGPT: 1107
So viele Betriebe empfiehlt ausschließlich ChatGPT — bei Google tauchen sie in keiner einzigen Antwort auf.
In beiden: 226
Nur diese Betriebe kennen beide Systeme. Das sind 13 % aller genannten.
Nur Google: 282
Und so viele kennt nur Google — ChatGPT nennt sie nie.
Anders gesagt: Wer bei einem der beiden Systeme empfohlen wird, hat damit in etwa 13 von 100 Fällen auch beim anderen eine Chance. Das ist kein Ausreißer einer Branche — der Wert lag in allen 14 gemessenen Märkten in derselben Größenordnung.
„ChatGPT nennt einfach mehr Namen"
Das wäre die einfache Auflösung: Wer je Antwort mehr Betriebe aufzählt, hat am Ende automatisch die größere Menge, und die Überschneidung fiele allein deshalb klein aus. Wir haben es geprüft, bevor wir diesen Text geschrieben haben.
Namen je Antwort
ChatGPT nennt im Schnitt 6.7 Betriebe je Antwort, Google 6.4. Praktisch gleich viele — die Ausführlichkeit erklärt den Unterschied nicht.
Gegenprobe mit gedeckelter Liste
Zählt man je Antwort nur die ersten fünf Namen, kann kein System durch längere Listen gewinnen. Die Überschneidung liegt dann bei 14 % statt 13 % — also unverändert.
Google wiederholt sich. ChatGPT streut.
Der Unterschied liegt nicht in der Menge je Antwort, sondern darin, wie stark ein System bei denselben Namen bleibt, wenn man dieselbe Frage mehrfach stellt.
Google bündelt
Auf die drei meistgenannten Betriebe eines Marktes entfallen bei Google 36 % aller Nennungen. Insgesamt kam Google über alle Märkte mit 508 verschiedenen Betrieben aus.
ChatGPT verteilt
Dieselben drei kommen bei ChatGPT nur auf 22 %. Dafür tauchten dort 1333 verschiedene Betriebe auf — bei praktisch gleicher Namenszahl je Antwort.
Für einen Betrieb heißt das zwei sehr verschiedene Dinge. Bei Google gehört man zu einem kleinen, stabilen Kreis — oder nicht. Bei ChatGPT ist das Feld breiter und wechselt: einmal genannt zu werden bedeutet wenig, einmal nicht genannt zu werden aber auch.
Eine einzelne Abfrage sagt fast nichts
Wer ChatGPT einmal fragt und seinen Betrieb nicht findet, hat nicht gemessen, dass er unsichtbar ist — er hat eine von vielen möglichen Antworten gesehen. Und wer sich einmal findet, hat keinen Beweis für das Gegenteil. Erst die Wiederholung ergibt eine Zahl, und erst der Vergleich über die Zeit zeigt eine Richtung.
Genau deshalb misst unser eigener Check nicht einmal, sondern mehrfach — und die laufende Messung wiederholt dieselben Fragen in festem Takt. Die Methode, die Fragen und die Grenzen stehen im Messbericht; die Rohdaten dieser Auswertung liegen dort als CSV zum Herunterladen.
Was diese Zahl nicht ist
Die Namen stammen aus einer automatischen Erkennung in Fließtext. Sie ist nicht fehlerfrei: gelegentlich hält sie eine Zwischenüberschrift für einen Betrieb. Das trifft beide Systeme gleichermaßen und verschiebt eine Schnittmenge kaum — aber es heißt, dass 1333 und 508 Näherungen sind und keine Registerauszüge. Belastbar ist das Verhältnis, nicht die Einerstelle.
Und es ist eine Momentaufnahme von 01. September 2026. Ob die Überschneidung über Monate stabil bleibt, können wir erst sagen, wenn wir mehrere Läufe haben — dann steht es hier.

Wird mein Unternehmen in ChatGPT gefunden?
Die naheliegende Antwort — ChatGPT einfach nach der eigenen Firma fragen — ist die eine Probe, die zuverlässig das falsche Ergebnis liefert. Warum, und was stattdessen zählt.

ChatGPT oder Google — wer empfiehlt wen?
Ein Restaurant steht bei Google in fast jeder Antwort und bei ChatGPT in fast keiner. Bei einer MPU-Beratung dreht sich die Richtung um. Was das für die Praxis heißt.

Wie viele fragen wirklich die KI?
Zwischen „niemand nutzt das" und „Google ist tot" liegt die Wirklichkeit. Vier belastbare Zahlen — und eine, die alles dreht: nur 4 % übernehmen eine KI-Empfehlung direkt.

Mehr Google-Bewertungen — was erlaubt ist
Drei Wege, die in jedem zweiten Ratgeber stehen, sind verboten oder wirkungslos — einer davon steht seit 2022 wörtlich in der schwarzen Liste des UWG.
Und wo steht Ihr Betrieb?
Dieselbe Messung wie im Bericht, für Sie — kostenlos, ohne Anmeldung, Ergebnis in etwa einer Minute.