Wie viele Menschen fragen wirklich eine KI statt zu googeln?
Von Fabian Birk, Gründer von Zitio · zuletzt geprüft am 01. September 2026
Die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland fragt inzwischen einen KI-Chat statt einer Suchmaschine. Bei den unter 30-Jährigen sind es zwei Drittel. Vier von zehn nutzen KI, um einen Betrieb in ihrer Nähe zu finden — und mehr als jeder Vierte hat deswegen schon einen Betrieb angerufen, den er vorher nicht kannte.
Das sind keine Prognosen. Das ist gemessen, in Deutschland, von Bitkom und Forsa. Hier stehen die Zahlen im Einzelnen — mit Quelle, Stichprobe und Erhebungsdatum, damit Sie jede davon selbst nachlesen können.
Jeder Zweite fragt schon die KI
Der Digitalverband Bitkom hat 1.030 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland gefragt, ob sie statt einer Suchmaschine einen KI-Chat verwenden. 50 % tun es. Wie weit der Umstieg geht, ist dabei sehr unterschiedlich:
Prozent nur Suchmaschine
Fast die Hälfte hat für die Informationssuche noch nie einen KI-Chat benutzt.
Prozent gemischt
25 % überwiegend Suchmaschine, 13 % etwa gleich häufig beides.
Prozent fast nur noch KI
7 % überwiegend, 5 % ausschließlich. Diese Kundschaft erreichen Sie über Google gar nicht mehr — egal, wie gut Sie dort stehen.
Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 66 % gelegentlich und 16 % überwiegend oder ausschließlich. Wer eine junge Kundschaft hat, liegt heute schon über dem Schnitt.
Dass das kein Strohfeuer ist, zeigt die andere Seite des Marktes: Nach der TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 (Forsa, 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden, Januar bis März 2026) setzen 56 % der Unternehmen generative KI im Arbeitsalltag ein. Der Anteil der Firmen, die ihre Leute darin schulen, hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt — von 12 % auf 27 %. Wer beruflich täglich mit einer KI arbeitet, fragt sie abends auch nach einem Handwerker.
⚠️ Zum Alter der Zahl: Die Befragung lief von Ende September bis Ende Oktober 2025. Sie ist damit fast ein Jahr alt. Dass der Anteil seitdem gestiegen ist, ist plausibel — um wie viel, wissen wir nicht, und wir schätzen es hier nicht.
Vier von zehn — aber fast niemand entscheidet allein danach
Die Bitkom-Zahlen gelten für Informationssuche allgemein, nicht für die Suche nach einem Handwerker oder einem Restaurant. Dazu gibt es eine Erhebung des Softwareanbieters Yext für Deutschland: 41 % nutzen KI-Werkzeuge für die Suche nach lokalen Unternehmen, 77 % weiterhin klassische Suchmaschinen, 39 % soziale Netzwerke (Mehrfachnennungen).
⚠️ Diese Erhebung nennt weder Stichprobengröße noch Erhebungszeitraum öffentlich. Sie stammt von einem Anbieter, der Software für genau dieses Problem verkauft. Wir führen sie an, weil es kaum deutsche Daten zur lokalen Suche gibt — aber sie hat nicht das Gewicht der Bitkom-Erhebung.
Was daraus wirklich folgt
27 % der Befragten haben in sechs Monaten einen Betrieb kontaktiert oder besucht, den sie vorher nicht kannten, wegen einer KI-Empfehlung. Bei Restaurants 48 %, im Einzelhandel 44 %.
Der Haken, der alles dreht
Nur 4 % übernehmen eine KI-Empfehlung direkt. 96 % prüfen sie zusätzlich über eine Suchmaschine oder die Website des Betriebs. Die KI entscheidet also selten allein — aber sie entscheidet, wer überhaupt geprüft wird.
Wenn eine KI-Antwort erscheint, halbieren sich die Klicks
Die bisherigen Zahlen sind Selbstauskünfte — Menschen sagen, was sie zu tun glauben. Das Pew Research Center hat stattdessen gemessen, was 900 Erwachsene wirklich getan haben: mit einer App, die einen Monat lang jede besuchte Adresse aufzeichnete, über alle Google-Suchen im März 2025.
Prozent ohne KI-Antwort
So oft wurde ein normales Suchergebnis angeklickt, wenn keine KI-Zusammenfassung erschien.
Prozent mit KI-Antwort
Erscheint eine Zusammenfassung, klickt fast nur noch die Hälfte überhaupt weiter.
Prozent in die Antwort
So selten wird ein Link innerhalb der KI-Antwort angeklickt. Praktisch nie.
⚠️ Einordnung: Das sind Daten aus den USA, von Googles KI-Zusammenfassungen, aus dem März 2025 — nicht aus Deutschland und nicht von ChatGPT. Wir führen sie an, weil es die einzige uns bekannte Erhebung ist, die tatsächliches Verhalten misst statt Absichten. Für die Größenordnung taugt sie, für eine deutsche Prozentzahl nicht.
Das eine Prozent ist dabei die unbequemste Zahl für unsere ganze Branche: Wer darauf hofft, über KI-Antworten Besucher auf die eigene Website zu bekommen, hofft vergeblich. Der Nutzen liegt woanders — im nächsten Abschnitt.
Die KI ersetzt nicht die Entscheidung. Sie stellt die Auswahl.
Zwei Zahlen ergeben zusammen das Bild: 96 % prüfen eine KI-Empfehlung nach, aber nur 1 % klickt dafür auf einen Link in der Antwort. Sie tippen also den Namen, den sie gerade gelesen haben, neu in die Suche — oder rufen an.
Damit ist die KI keine Besucherquelle und auch keine Verkaufsmaschine. Sie ist der Türsteher: Wer in der Antwort nicht vorkommt, wird nicht nachgeprüft — und taucht in der Entscheidung nie auf. Ein Betrieb verliert dort keine Aufträge sichtbar. Er erfährt nur nie, dass es sie gab. Und weil kaum jemand klickt, ist die Nennung selbst das Ergebnis, nicht der Link.
Und genau an dieser Stelle hören die fremden Zahlen auf. Keine der Studien sagt, wie oft das in Ihrer Branche und Ihrer Stadt passiert — dafür muss man messen.
Wer gefragt wird, bekommt sehr verschiedene Antworten
Wie viele Menschen fragen, können wir nicht messen. Was herauskommt, wenn sie fragen, schon. In unserer eigenen Erhebung über 14 Branchen und 1368 Antworten:
Die beiden Systeme sind sich uneinig
Nur 13 % der genannten Betriebe stehen bei ChatGPT und bei Google. Beim selben Betrieb lagen bis zu 94 Prozentpunkte zwischen den beiden. Zur Auswertung
Manche kommen gar nicht vor
5 von 17 gemessenen Betrieben tauchten in keiner einzigen der Antworten auf — bei beiden Systemen nicht. Es gibt sie, mit Website und Kundschaft. Zum Messbericht
Ob Sie dazugehören, dauert etwa eine Minute: KI-Sichtbarkeit kostenlos prüfen.
Zum Nachlesen
- Bitkom Research: Internet-Suche im Wandel — 1.156 Befragte ab 16 Jahren, davon 1.030 Internetnutzer, Erhebung KW 39–43 / 2025.
- t3n über den Yext Consumer Search Behaviors Report 2026 — Stichprobe und Erhebungszeitraum nicht offengelegt.
- TÜV-Verband: KI-Weiterbildungsstudie 2026 — Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands, 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland, Erhebung Januar bis März 2026.
- Pew Research Center: Klicks bei KI-Zusammenfassungen — Browserdaten von 900 US-Erwachsenen, gesamter März 2025, tatsächliches Verhalten statt Befragung. USA, Google.
- Unsere eigene Erhebung — 17 Betriebe, 14 Branchen, 1368 Antworten, Methode und Grenzen offengelegt, Rohdaten als CSV.

Wird mein Unternehmen in ChatGPT gefunden?
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ChatGPT oder Google — wer empfiehlt wen?
Ein Restaurant steht bei Google in fast jeder Antwort und bei ChatGPT in fast keiner. Bei einer MPU-Beratung dreht sich die Richtung um. Was das für die Praxis heißt.

Wie wenig sich die beiden überschneiden
Nicht „Ihr Betrieb steht mal da und mal nicht" — die beiden Systeme empfehlen zu großen Teilen völlig verschiedene Betriebe. Wir haben nachgezählt, wie viele.

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Und wo steht Ihr Betrieb?
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